23. November 2005, 19:00 - 21:00 Uhr
Die kriminelle Gesellschaft als mediale Konstruktion?
Ort: Haus der Wirtschaft, Kiel
Veranstalter: Landeszentrale für politische Bildung

Referent: Matthias Kleimann (KFN)

Ablauf
Kriminalität ist ein Thema mit hoher öffentlicher Aufmerksamkeit. In den Massenmedien, insbesondere im Privatfernsehen, wird in den verschiedensten Formaten über Kriminalität berichtet. Interessanterweise glaubt der überwiegende Teil der Bevölkerung, die Kriminalität hätte in den letzten zehn Jahren deutlich zugenommen – eine Auffassung, die durch die polizeiliche Kriminalstatistik so nicht gestützt wird.

Zugleich sind Einstellungen zum Strafen verbreitet, denen zufolge die von den Gerichten üblicherweise verhängten Strafen als zu gering angesehen werden. Hier jedoch wird dargelegt, dass das Thema Kriminalität vor allem in Nachrichtensendungen des Privatfernsehens präsent ist und gerade jene Personen, die private Nachrichtensendungen nutzen, irrtümlicherweise davon ausgehen, die Kriminalität habe in den letzten zehn Jahren deutlich zugenommen.

Diese Fehleinschätzung bleibt nicht ohne Folge: Je stärker jemand von einem deutlichen Anstieg der Kriminalität ausgeht, desto häufiger vertritt er auch die Auffassung, die von den Gerichten verhängten Strafen seien zu milde. Diese falsche, innergesellschaftlich nicht ungefährliche Wahrnehmung soll, empirisch untermauert, korrigiert werden.

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